Pfarrer Bendermacher wurde der erste Pfarrer der zweiten katholischen Gemeinde auf Troisdorfer Boden. Die Gemeindemitglieder wohnten überwiegend im Bereich Frankfurter Straße, Aggerstraße, Siebengebirgsallee und Alte Straße, wo es allerdings keine Kirche gab, sodass die Gläubigen zu den Gottesdiensten nach St. Hippolytus gehen mussten. Obwohl due beiden Gemeinden gut zusammen arbeiteten, wollte die Gemeinde eine eigene Kirche. Ein Neubau war jedoch nur dann möglich, wenn der Altenrather Kirchenbesitz für einen angemessenen Preis verkauft werden würde. Da die Reichsumsiedlungsgesellschaft Vereinbarungen aber immer wieder hinauszögerte und der Staat kein Interesse an einer Kirche in troisdorf zeigte, kam die Gemeinde nicht zu ihrem Geld. Es folgte ein reger Briefverkehr zwischen der Kirchenbehörde und der Reichsumsiedlungsgesellschaft. Es wurden Verhandlungen eingeleitet, die allerdings auch kein Ergebnis brachten. Am 03. April 1939 beschloss der Kirchenvorstand, nicht länger mit dem Verkauf zu warten, da die Gemeinde für den Bauplatz der neuen Kirche steuern und Abgaben zahlen musste. Die Steuerfreiheit trat erst ein, sobald das Grundstück als Gotteshaus genutzt wurde. Somit hatte die Gemeinde fortlaufende Ausgaben.

Das Generalvikariat stimmte dem Entwurf des Kaufvertrages allerdings nicht zu, sodass nur noch eine Enteignung in Frage kam. Die Reichsstelle für Landbeschaffung in Berlin gab am 17. Juni 1940 Bescheid, dass der Grundbesitz der Kirchengemeinde enteignet werden und die Gemeinde als Entschädigung für das Kirchenvermögen 138.000 Mark erhalten würde. Weitere 2.100 Mark wurden für den Umzug des Pfarrers und des Kirchengerätes und für entgangene Pachteinnahmen zur Verfügung gestellt. 60.000 Mark wurden direkt an die Gemeinde übergeben. Da der Staat durch den Krieg andere Aufgaben zu erledigen hatte, tat sich nichts weiter.

Der Kirchenvorstand, der die Gelder schon eingerechnet hatte, plante den Kirchenbau. Der Architekt Fischer aus Köln hatte schon am 10. März 1939 Baupläne vorgelegt. Auch die baupolizeiliche Genehmigung war schon im Juni 1939 erteilt worden. Was fehlte, waren die Gelder der Enteignung und die Bezugsscheine für Baumaterialien. Diese Schein waren nicht einfach zu bekommen und führten zu einem neuen Konflikt zwischen der Gemeinde und der Reichsumsiedlungsgesellschaft, der nicht gelöst werden konnte. Die Gemeinde war der Meinung, dass ihnen die Kontingentscheine von der Reichsumsiedlungsgesellschaft zugesichert worden waren. Die Reichsumsiedlungsgesellschaft wusste nichts von einem derartigen Beschluss. Sie wies außerdem darauf hin, dass unter den Kriegszuständen keine Baustoffe für die Kirche in Troisdorf bereitgestellt werden könnten.

Diese Aussage machte deutlich, dass ein Kirchenneubau unmöglich war. Da mit dieser Tatsache gerechnet worden war, hatten die Pfarrer von Altenrath und Troisdorf schon eine Notlösung parat. Sie wollten, auch auf die Gefahr hin, dass damit der Neubau noch heruasgezögert werden würde, eine Notkirche errichten.

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